Rainis Blickwinkel
Starke Leistung der Pinguins wird nur mit einem Punkt belohnt – C. J. Smith debütiert
28.02.2026 - 02:55

Es scheint mittlerweile zur Routine zu werden, dass beim Aufeinandertreffen dieser beiden Teams die Qualität auf dem Eis das oberste Level erreicht. Die 4.767 Zuschauer in der ausverkauften Eisarena dürften hochzufrieden den Heimweg angetreten haben, auch wenn die Mannschaft von Alexander Sulzer 1:2 (0:0; 1:1; 0:0; 0:1) verlor und nur einen Punkt auf der Habenseite verbuchte. Einen Verlierer hatte dieser hochklassige Vergleich eigentlich nicht verdient. Bennet Roßmy fehlten Jan Urbas verletzungsbedingt – Nico Krämmer war ebenfalls nicht dabei. Dafür kehrte Colt Conrad ins Lineup zurück und Neuzugang C. J. Smith gab seinen Einstand in der ersten Formation.

Zunächst drückten die Gäste mächtig aufs Gas und machten es sich in der Bremerhavener Zone bequem. Die Pinguins gestattete dem Gegner jedoch nur die Außenbahnen und reduzierte so gefährliche Aktionen vor dem eigenen Tor auf ein Minimum. Es blieben Justin Schütz (4.) und John Gilmour (6.) also lediglich Versuche aus der Distanz, die ihr Ziel verfehlten. Die Frackträger schwammen sich frei und Mannheim versuchte die aufkommenden Probleme mit Regelwidrigkeiten zu unterbinden. Das wäre fast ins Auge gegangen, doch wie der Ex-Bremerhavener Maximilian Franzreb den Onetimer von Max Görtz unschädlich machte, war allein das Eintrittsgeld wert (7.). Auch das zweite Powerplay verlief zwar gefällig, endete aber ohne Folgen für die Quadratestädter. In der 15. Spielminute hatte Colt Conrad Pech mit einem Pfostenschuss. Dann durften die Mannheimer mit in numerischer Überlegenheit ran und es war schon brutal, was sie auf dem Eis zelebrierten. Dennoch entkamen Andy Miele und Colt Conrad zum zwei auf null, vergaben die Riesenchance zum Shorthander aber beinahe kläglich (19.). Der Schuss von Kristian Reichel, den Kristers Gudlevskis abwehrte, läutete die erste Verschnaufpause nach 20 Minuten Spielzeit ein (20.).

Es hätte ein Blitzstart in den Mittelabschnitt werden können, wenn Vladimir Eminger das mustergültige Zuspiel von Andy Miele nicht in die zweite Etage gehauen hätte (22.). So musste erste Matthias Plachta auf der Strafbank Platz nehmen, bevor es in der Mannheimer Kiste klingelte. Christian Wejse legte auf Ziga Jeglic ab, der keine große Mühe hatte, die Scheibe zum 1:0 zu versenken (24.). Die Akzeptanz der Adler über den Führungstreffer der Norddeutschen war von kurzer Dauer. Nicolas Mattinen adressierte einen satten Distanzschuss auf das Bremerhavener Gehäuse, den Kristers Gudlevskis jedoch entschärfte (26.). Anschließend legte Matthias Plachta mit einem Versuch aus zentraler Position nach. Der hatte ein Präzisionsdefizit und verfehlte das Ziel (28.). Dann mussten die Pinguins wieder ein Powerplay der Mannheimer über sich ergehen lassen. Und wieder klasse aufgezogen, doch mit Glück und Geschick wehrten die Hausherren auch diesen Sturm auf den Ausgleich ab (32.). Es war eine Frage der Zeit, bis der Druck des Tabellenzweiten von Erfolg gekrönt sein würde. Den erzwang Brendan O´Donnell in der 38. Spielminute, der den Screen vor Kristers Gudlevskis nutzte und die Scheibe furztrocken in den rechten Knick zum 1:1-Ausgleich feuerte. Fast wäre C. J. Smith der erste Treffer für seinen neuen Arbeitgeber geglückt, doch sein Schuss ging knapp am linken Pfosten vorbei (39.). Etwas mehr Konzentration hätte Max Görtz gutgetan, der bei freier Bahn deutlich neben die Kiste ballerte (40.).

Das temporeiche Spiel behielten setzten beide Mannschaften auch im dritten Drittel fort, obgleich die Genauigkeit vorübergehend abnahm. So erging es scheinbar auch den Referees Andris Ansons und Jackson Kozari. Letzterem klingelten wohl noch die Ohren vom ständigen Lamentieren der Herren Matthias Plachta und Nicolas Mattinen. Oder die Mannheimer Unterwäsche kniff schmerzhaft unter den Achseln, dass er sich genötigt sah, einen vermeintlichen Stockschlag von Ziga Jeglic an Matthias Plachta zu ahnden (47.). Gott sei Dank blieb diese überaus kleinliche Strafzeit ein weiteres Mal folgenlos. Dafür hätte Phillip Bruggisser kurz darauf für ein Statement sorgen können, allerdings verzog der Däne doch ziemlich deutlich (50.). Und dann stand da noch ein Maximilian Franzreb zwischen den Pfosten der Gäste. Der zog Christian Wejse bei dessen Versuch den Stecker (54.). Umso ärgerlicher wäre es gewesen, wenn der Scheibenverlust von Ross Mauermann an der eigenen blauen Linie mit Folgen behaftet gewesen wäre. Kisters Gudlevskis stand seinem Gegenüber jedoch in Nichts nach und ließ den Schuss von Anthony Greco verhungern (55.). Es hätte ein Phillip Bruggisser-Gedächtnisspiel werden können, doch erneut verhinderte der Mannheimer Keeper – wenn auch erst im Nachfassen – die mögliche Entscheidung zu Gunsten der Seestädter (58.). Und exakt 24 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit mogelte sich Fortuna noch ein weiteres Mal auf die Seite von Maximilian Franzreb. Denn er war machtlos, als Phillip Bruggisser die Scheibe an den rechten Winkel ballerte, allerdings im Spielfeld verblieb und nicht den Weg ins Tor suchte (60.).

In der Overtime wühlten die Mannheimer noch einmal in der Trickkiste und Zach Solow war es vorbehalten, einen von Kristers Gudlevskis abgewehrten Schuss mit dem Bein zum 1:2 über die Torlinie zu bugsieren und seinem Team den Zusatzpunkt zu sichern (63.).


Rainer


gedruckt am 01.03.2026 - 12:36
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