Drei Haselnüsse für einen Torjäger – Pinguins verlieren auch gegen Berlin 0:3 (0:0; 0:2; 0:1)
Wieder eine Nullnummer der Fischtown Pinguins. Auch gegen die Eisbären Berlin verließ man nach 60 Minuten ohne eigenen Treffer das Eis und beendete das Wochenende ohne Punkte. Die Cracks von der Unterweser warten seit nunmehr sieben Dritteln auf ein offensives Erfolgserlebnis.
Vor 4.547 Besuchern hatten die Gäste von der Spree die erste Möglichkeit. Jonas Müller musste jedoch Schwächen an seiner Zieleinstellung feststellen (4.). Eine Minute später trugen die Pinguins einen schönen Angriff über Max Görtz vor das Tor des amtierenden Meisters, doch der dort lauernde Nino Kinder wurde in letzter Sekunde am möglichen Torerfolg gehindert (5.). Es sah vielversprechend aus, was sich das Team von Alex Sulzer immer wieder ausdachte. Colt Conrad bediente Andy Miele, der allerdings schwach abschloss. Und auch Neuzugang Keean Washkurak bekam das Ding kurz darauf nicht in der Kiste untergebrach. Auf der Gegenseite bekam Tobias Krestan den Puck an den rechten Pfosten serviert, wo dieser an Kristers Gudlevskis scheiterte (7.). Als der Pass von Keean Washkurak zum verwaisten Colt Conrad an den Torraum gelangte, musste es klingeln, doch wieder verpuffte eine Gelegenheit aus der obersten Schublade (10.). Nach einem Fehler von Nino Kinder bugsierte Liam Kirk die Scheibe gefährlich vor das Bremerhavener Gehäuse zum dort lauernden Ty Ronning, aber ein Bremerhavener Abwehrspieler bereinigte die heikle Situation (13.). Immer wieder gerieten beide Keeper in große Not, weil vor ihnen Schüsse abgefälschte wurden. Colt Conrads Veränderung der Schussbahn verfehlte die Kiste (16.), während Tobias Krestan das Duell gegen Kristers Gudlevskis verlor (17.). Das erste Überzahlspiel für die Pinguins blieb einmal mehr ohne Treffer, weil Miha Verlic per Direktabnahme verzog (18.) und Colt Conrad völlig blank im Slot den Berliner Goalie anballerte (19.).
Im Mittelabschnitt benötigten beide Teams eine gewisse Zeit, um wieder zur konstruktiven Schiene zurückzukehren. Dabei kam den Bremerhavenern ein weiteres Powerplay zugute. Eine zusätzliche Hinausstellung bescherte den Pinguins sogar für eine halbe Minute eine doppelte Überzahl. Warum die Pinguins bei den Special Teams mit 7,41 Prozent nur knapp vor dem Letzten in dieser Wertung liegen, zeigten die Frackträger in überzeugender Manier (30.). So konnte man glücklich sein, dass Liam Kirk nach Wiederherstellung der personellen Stärke und prächtigem Alleingang die Scheibe per Rückhand am linken Winkel vorbeisetzte. Kurz darauf war Fortuna allerdings ein Berliner, als Jonas Müller eine scharfe Hereingabe von Kai Wissmann zum 0:1 abfälschte (31.) und nur 48 Sekunden später jagte Andi Eder das Spielgerät per Onetimer zum 0:2 in den linken Giebel (32.). Zumindest durften die Bremerhavener in der 38. Spielminute den Torjubel üben. Ein von Miha Verlic abgelenkter Schuss von Akito Hirose blieb jedoch am rechten Torpfosten liegen und wurde von Kai Wissmann aus der Gefahrenzone befördert.
Berlins Schlussmann Jonas Neffin hatte auch zu Beginn mächtig Dusel, als ein Schuss von Phillip Bruggisser das Torgestänge streichelte (42.). Mit viel Gefühl schickte Andi Eder seinen Teamkollegen Jean-Luc Foudy auf die Reise zum Duell mit Kristers Gudlevskis, der sich die Scheibe zur Verwunderung des Berliner Angreifers aber nicht durch die Beine schieben ließ. Im Gegenzug knallte Colt Conrad das schwarze Gummi per Onetimer an die Querstange (43.). Für die vollständige Statistik ist zu erwähnen, dass auch das vierte Überzahlspiel der Bremerhavener wirkungslos verlief. Die Gäste durften ihr Powerplay in dieser Partie kein einziges Mal üben (46.). Ein solches brauchten sie allerdings auch nicht, denn auf die Abschlussschwäche der Hausherren war Verlass. So auch, als der Rebound von Miha Verlic in der Fanghand von Jonas Neffin verschwand (49.). Die Mannschaft von Alex Sulzer streckte sich weiter, um das Unmögliche noch möglich zu machen. Die beste Chance hierzu blieb die von Max Görtz, der einen Schuss von Nicholas Jensen abfälschte, die Scheibe jedoch links am Kasten vorbeistrich (54.). Als die Pinguins alles auf eine Karte setzten und Kristers Gudlevskis für einen zusätzlichen Feldspielers vom Eis nahmen, setzte Manuel Wiederer mitseinem 0:3 ins leere Tor das Siegel unter dieser Begegnung (58.). Nach zuvor sieben Niederlagen durften sich die Berliner endlich wieder über einen Sieg gegen Fischtown freuen.
Schwächste Offensive und zweitschlechtestes Powerplay, ein Verteidiger ist Topscorer und kein Stürmer mit mehr als zwei Treffern in acht Partien. Und – nein, die Kausalität liegt nicht ist nicht in den fehlenden sieben Spielern zu finden. Allein fünf Stürmer der Kategorie „Schlüsselspieler“ haben noch eine „Null“ bei den erzielten Toren stehen. Wenn sich diese Entwicklung so fortsetzt, könnten wir am Ende der Hauptrunde froh sein, dass auch Iserlohn und Schwenningen in der Verlosung sind…!