Taumelnd dem Abgrund entgegen – Pinguins unterliegen auch in Schwenningen
Die Fischtown Pinguins verlieren auch beim Tabellenvorletzten mit 2:4 (2:0; 0:2; 0:2) und nehmen jetzt dessen Platz ein. Dabei verspielte die Mannschaft von Headcoach Alexander Sulzer, die auch noch auf Vladimir Eminger verzichten musste, einen 2:0-Vorsprung nach dem ersten Drittel. Auch wenn neben Phillip Bruggisser mit Andy Miele mal wieder ein Stürmer ins Schwarze traf, war der Auftritt der Offensive einmal mehr schockierend.
Die Partie zwischen den Kellerkindern begann recht ordentlich. Die Bremerhavener überließen den Hausherren zunächst die Regie und klopften mit Kontern, wie durch Miha Verlic nach zwei Minuten bei Schlussmann Simon Wolf an. Nachdem Curtis Valk die Scheibe im Slot zufällig vor die Schaufel fiel, Kristers Gudlevskis aber die Gefahr beseitigte, klingelte es im Gegenzug auf der anderen Seite. Phillip Bruggisser fackelte nach einem Pass von Andy Miele nicht lange und versenkte das Spielgerät zum 1:0 im Schwenninger Gehäuse (5.). Eben noch Vorbereiter, zog Andy Miele bei einem Konter auf und davon und löffelte die Scheibe zum 2:0 in den rechten Giebel (8.). Fast hätte Akito Hirose den Vorsprung noch ausgebaut, doch diesmal behielt Keeper Simon Wolf die Oberhand (9.). Die Begegnung verflachte nun etwas, zumal den Gastgebern auch die Ideen im Siel nach vorn fehlten. Thomas Schemitsch probierte es zwar noch mal, aber gefährlich für Kristers Gudlevskis wurde es nicht (18.).
Die Norddeutschen setzten ihr unterkühltes Spiel auch zu Beginn des Mittelabschnitts fort. Die passive Grundeinstellung der Schwenninger ermöglichte Christian Wejse im hohen Slot (23.) und Alex Friesen in ebenso freier Schussposition (24.), das Resultat freundlicher zu gestalten. Beide verfehlten allerdings das Ziel um einige Zentimeter. Umso unverständlicher, wie man den Hausherren das Zepter übergab und mehr und mehr in die Bredouille kam. Der bisher in dieser Spielzeit blasse Kyle Platzer nutzte das großzügige Platzangebot und versenkte ein Anspiel von Alexander Karachun zum 2:1 (27.). Die Hausherren schnupperten Morgenluft, auch wenn Boaz Bassen mit dem Schläger im Gesicht von Akito Hirose herumfuchtelte (31.). Die folgenden vier Minuten in Überzahl waren nur etwas für Fans mit Nehmerqualitäten. Ein Shorthander der Wild Wings hatte eine wesentlich größere Wahrscheinlichkeit als ein Treffer der Pinguine (35.). Nach einer Hinausstellung gegen Nicholas Jensen dauerte es hingegen nur 16 Sekunden bis zum 2:2-Ausgleich. Wobei die Bremerhavener Abwehr so unsortiert agierte, dass eine Ausrichtung im Powerplay nicht erforderlich war, sondern Kyle Platzer die Freiheit erneut zur Kosmetik seiner ausbaufähigen Punkteausbeute nutzte (40.).
Der durfte zu Beginn des letzten Durchgangs weiter die heimlichen Wünsche eines Stürmers auskosten. Da Nicholas Jensen ihn völlig aus den Augen verlor, lief der Schwenninger allein auf Kristers Gudlevskis zu und legte ihm die Scheibe zum 2:3 in den Kasten (43.). Die Defensive bot nun eine völlig indisponierte Vorstellung, denn nur zwei Minuten später durfte auch Philip Feist sich im Privatduell mit Kristers Gudlevskis messen. Diesmal blieb der Lette jedoch Sieger (45.). Bekanntlich lernt man aus Fehlern, zumindest heute war das bei Nicholas Jensen nicht der Fall. Wieder ein Sekundenschlaf – wieder ein Schwenninger allein unterwegs. Håkon Hänelt ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte zum 4:2 (46.). Die Wild Wings hätten die Führung in Überzahl noch ausbauen können, doch zwei dicke Chancen fanden nicht ins Ziel (51.). Im Gegensatz zu den Schwenningern steuerte Max Görtz in Unterzahl allein auf Simon Wolf zu, traf aber nur den Arm des Goalies (52.). Auch Parker Tuomie schaffte es nicht, das Spielgerät freistehend im Kasten der Hausherren unterzubringen (57.). So blieb es beim verdienten Erfolg der Schwenninger Wild Wings, die sich zumindest vorübergehend etwas Luft im stickigen Tabellenkeller verschaffen konnten.
Für die Fischtown Pinguins ist die Lage mittlerweile kritisch. Die Abgänge von Spielern wie Jan Urbas, Ziga Jeglic und Ross Mauermann konnten nicht annähernd ersetzt werden. Zudem erhärtet sich der Eindruck, die Spielweise der Mannschaft entwickelt sich zurück. Stellvertretend muss hier das Powerplay genannt werden, dass so pomadig und erfolglos noch nie gewesen ist. Das kann jedoch in Übungseinheiten optimiert werden. Die Spielweise und insbesondere die eklatante Abschlussschwäche der etablierten Stürmer sind erschütternd. Die Verletzungsmisere erklärt, respektive entschuldigt dies nicht.