Rainis Blickwinkel » Der „rauchende Colt“ erschießt die Panther – Pinguins siegen in Ingolstadt 3:2 (1:1; 1:0; 1:1)
Rainis Blickwinkel

Der „rauchende Colt“ erschießt die Panther – Pinguins siegen in Ingolstadt 3:2 (1:1; 1:0; 1:1)
03.01.2026 - 00:48 von Rainer



Die Fischtown Pinguins sind erfolgreich ins neue Jahr gestartet. Das Team von Alexander Sulzer durfte nach einem starken Auswärtsspiel drei Punkte mit an die Unterweser nehmen, auch wenn es seine Jungs am Ende nochmal unnötig spannend machten. Jan Urbas und Rayan Bettahar meldeten sich aus dem Lazarett zurück, so dass sich die personelle Anspannung zumindest etwas reduzierte.

Beide Mannschaften übten sich zu Beginn in kontrollierter Offensive, was sich im Ausbleiben gefährlicher Aktionen vor dem gegnerischen Tor bemerkbar machte. Die Gastgeber erzeugten in der fünften Spielminute erstmals Gefahr vor Leon Hungerecker, der erneut den Vorzug vor Julius Hudacek erhielt. Den Versuch von Daniel Schmölz, ihm die Scheibe unter die Schienen hindurch zu schieben, unterband der Goalie im Frack. Keine Mühe hatte sein Gegenüber Brett Brochu bei einem Schuss von Jan Urbas aus zentraler Position (7.). Fast im Gegenzug war Leon Hungerecker hellwach, als sich Peter Abbandonato anschickte, den Führungstreffer mit einem „tipp in“ zu erzielen (8.). Der blieb auch Ziga Jeglic verwehrt, der von der halbrechten Seite nur den Außenpfosten traf (10.). Nachdem Abbott Girduckis einen Rebound mit der Rückhand vergeben hatte, traf Vladimir Eminger in seinem 300. DEL-Spiel aus der Distanz zum 1:0 (11.). Für einen zärtlichen Griff an die Hüfte seines Gegenspielers wanderte Andy Miele in die Kühlbox (14.). Obwohl die Pinguins ein starkes Penaltykilling zeigten, mussten sieden Ausgleich schlucken. Abbott Girduckis verschob sich geschickt und hämmerte den Puck zum 1:1 in die Maschen (16.). Die Referees Kilian Hinterdobler und Jackson Kozari hatten weiterhin Vorbehalte bei Annäherungsversuchen der Norddeutschen. Als Luca Hauf liebevoll an Vladimir Eminger zupfte, erwiderte der den Flirt und musste für zwei Minuten zur Abkühlung auf die Strafbank (17.). Dieses Mal konnten die Pinguins jedoch einen Schaden abwenden (19.). Mit der Drittelsirene hatten die Gastgeber auch die erste Strafzeit zu schlucken.

Die Bremerhavener blieben in Überzahl aber farblos, so dass die Möglichkeit zur erneuten Führung verpuffte (22.). Bei ausgeglichenem Personal setzten die Nordlichter ihren Gegner aber mächtig zu. Mit einem bärenstarken Pressing ließen sie die Panther überhaupt nicht zur Entfaltung kommen und eroberten die Scheibe ein ums andere Mal. In der 29. Spielminute nutzte Colt Conrad eine dieser Ingolstädter Unpässlichkeiten und heftete das Spielgerät zum 2:1 in den linken Winkel. Nino Kinder wollte auch mal, doch Keeper Brett Brochu vereitelte einen Doppelschlag (30.). Wie unterschiedlich die Regelauslegung sein kann, bewiesen Mr. Hinterdobler und Kozari dann ein weiteres Mal. Während sich Christian Wejse nach einem Crosscheck von Morgan Ellis vermutlich um einen Termin beim Orthopäden bemühen muss (36.), zog der Check an die Bande von Miha Verlic gegen Alex Breton eine Strafzeit nach sich. Der Unterschied mag am hysterischen Geschreie von der Tribüne gelegen haben (38.). Die Pinguine hatten ihr Unterzahlspiel jedoch weiter präzisiert und ließen nichts anbrennen (40.).

Die Referees sorgten bei der praktischen Übung des Bremerhavener Penaltykillings im letzten Abschnitt schnell für Nachschub. Als Bennet Roßmy dem Ingolstädter Rekordspieler Daniel Pietta den Hinterkopf streichelte und dem der Helm von der Murmel fiel, musste auch der Ex-Düsseldorfer für zwei Minuten unter die kalte Dusche (42.). Wie schon zuvor hatten die Kollegen trotz vermindertem Personals gut im Griff und hielten den Kasten sauber (44.). Dafür herrschte wenig später „Holland in Not“ vor dem Bremerhavener Tor. Nur einer klasse Parade von Leon Hungerecker und der „gute Schläger“ von Christian Wejse verhinderten den Ausgleich (46.). Die Schanzer machten jetzt mächtig Party in der Offensive. Da erschlaffte sogar die Verankerung der Kiste, bevor Kenny Agostino die Scheibe einnetzte. Die Überprüfung per Video-Show gab den Referees Recht und dem erzielten Tor keine Anerkennung, auch wenn es von der Tribüne erneut Proteste hagelte (47.). Das erklärte jedoch nicht den Aussetzer von Alex Breton, der den Puck unbedrängt quer durchs eigene Drittel zu Colt Conrad passte. Der „Colt“ spannte seelenruhig den Hebel, schläferte Brett Brochu mit seiner Coolness förmlich ein und lupfte die Scheibe dann zum 3:1 unter die Decke der Pantherkiste (49.). Dieser Einschlag bremste nicht nur die Ingolstädter Druckphase aus, sondern ließ das Momentum zu den Pinguins wandern. Außerdem halfen die Hausherren mit Strafzeiten, um eine mögliche Aufholjagd zu erschweren. Wenn nicht die eigene Schusseligkeit der Bremerhavener in dieser Saison ständig der größte Gegner wäre. Anstatt den Sack zuzumachen, ermöglichte Ziga Jeglic mit einem leichtfertigen Scheibenverlust die Chance zum Shorthander von Leon Hüttl. Die machte Leon Hungerecker jedoch mit einer starken Abwehr zunichte (57.). Eigentlich perfekt, dass anschließend auch noch Alex Breton für ein blödes Foul auf die Strafbank musste. Nicht bei den Pinguins, denn bei eigener Überzahl kassierten die Frackträger das 3:2 durch Austen Keating (59.). Das war der fünfte Treffer, den man sich bei personellem Vorteil fing. Nur der Tabellenletzte Dresden kann da mithalten – unfassbar. Glücklicherweise ging das fahrlässige Verjubeln mehrerer Matchbälle nicht ins Auge und mit einem knappen Sieg über die Ziellinie.
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