Pinguins vor dem Viertelfinal-Aus – derbe Niederlage in Mannheim beim Spiel drei
29.03.2026 - 23:46 von Rainer
Aus der erwartbaren Trotzreaktion nach dem verlorenen Skandalspiel am Freitag wurde es nichts. Das Team von Alexander Sulzer verschlief die Anfangsphase und lag bereits nach zehn Minuten mit 0:4 hinten. Am Ende verloren die Bremerhavener mit 1:5 (0:4; 0:1; 1:0). Die Rückkehr von Matthew Abt und Kapitän Jan Urbas brachte keinen Schub. Leon Hungerecker rückte nach dem verbrannten Beginn für Kristers Gudlevskis zwischen die Pfosten.
Während die Gastgeber eine klare Tendenz herbeiführen wollten, schienen die Bremerhavener noch in den Überlegungen gefangen, wie man der Partie nach zwei Niederlagen einen entscheidenden Impact geben kann. Rayan Bettahar übergab die Scheibe ohne große Not an Justin „Pizza“ Schütz, der sich nicht lumpenließ und im eins auf null zum 0:1 versenkte. Beim Bremerhavener Verteidiger werden Auflösungserscheinungen sichtbar. Es war nicht der erste Treffer der Mannheimer, bei dem er assistierte. Auch am Freitag war er Ausgangspunkt zum 1:1-Ausgleich (2.). Doch seine Nebenleute beherrschten den Sekundenschlaf ebenso gut. Den Schuss von Zach Solow hatte Kristers Gudlevskis noch entschärft, gegen den Nachschuss von William Worge Kreü war er machtlos – 0:2 (5.). Eine Minute später durfte Chris Bennet Slalom durch die Bremerhavener „Defensive“ laufen, traf jedoch nur das Außennetz (6.). Derweil versuchte es Nico Krämmer mit einem Schlenzer aus dem Halbfeld, der Maxi Franzreb aber nichts anhaben konnte (7.). Dann versorgte Rayan Bettahar die Hausherren mit einem Powerplay, weil die Referees Andre Schrader und Roman Gofman, der anstelle des Adler-Sympathisanten Sirko Hunnius die Partnerpfeife übernahm, die übertriebene Härte des Defenders ahndeten. Die Holzbank in der Kühlbox wärmte sich allerdings nicht, denn nach zehn Sekunden markierte Matthias „der Flüsterer“ Plachta per sattem Onetimer das 0:3 (9.). Und da es gerade mal so gut lief, erhöhte Nicolas Mattinen unter Mithilfe des Körpers von Vladimir Eminger auf 0:4. Für Kristers Gudlevskis war die Schicht vorbei und Leon Hungerecker übernahm den Platz hinter dem Hühnerhof. Eine Auszeit von Alexander Sulzer, um seine Riege wach zu küssen, folgte nicht (10.). Nach den folgenden fünf Minuten hatte der Backup der Pinguins sein Geld auch bereits verdient. Gleich mehrfach nacheinander sorgte er dafür, dass das erste Drittel nicht zur völligen Lachnummer für die Norddeutschen verkam (15.). Christian Wejse versuchte es aus halblinker Position noch mal, verfehlte das Ziel jedoch (16.).
Im zweiten Durchgang schalteten die Mannheimer bereits in den Verwaltungsmodus um. Kann man machen, wenn man über eine so kompakt auftretende Mannschaft verfügt wie die Quadratestädter. Matthew Abt nutzte den gewährten Freiraum, konnte Maxi Franzreb aber nicht überwinden (22.). Durch Zufall hüpfte die Scheibe dann vor de Kelle von Marc Michaelis, der allerdings freistehend an Leon Hungerecker scheiterte (26.). Knapp war es, als Jan Urbas einen geschossenen Pass von Phillip Bruggisser am Gehäuse vorbeilenkte. Auf der Gegenseite lief es für Lukas Kälble besser, der Leon Hungerecker mit einem harmlosen Schüsschen durch die Beine erwischte – 0:5 (33.). Ross Mauermann war hingegen nicht vom Glück verfolgt, als er zunächst an Maxi Franzreb scheiterte und im Nachschuss nur den Außenpfosten traf (38.). Die Refs sorgten kurz vor dem Drittelende für ein Späßchen. Nach einem Foul von Phillip Bruggisser schickten die DEB-Zebras auch Yannick Proske in die Sünderbox, weil der Gefoulte die anerkannten Sturzregeln nicht einhielt (40.).
Nach 36 Sekunden im letzten Durchgang war das Minimalziel der Bremerhavener erfüllt. Akito Hirose hatte den Ex-Kollegen Maxi Franzreb zum 1:5 eingeschenkt und einen möglichen Shutout verhagelt (41.). Ansonsten hielten sich die Mannheimer weitestgehend von der Spielgestaltung zurück. Dass sie dennoch zu Großchancen für Chris Bennet (43.) und Alexander Ehl (52.) kamen, war der dem müden Auftritt der Pinguine geschuldet. Leon Hungerecker zeichnete sich gegen beide Stürmer der Adler mit starken Reflexen aus. Die letzten Minuten glichen eher einem Training unter Wettbewerbsbedingungen. Bezeichnend, dass die Bremerhavener nicht einmal eine Strafzeit erzwingen konnten. Am Ende blieb es beim hochverdienten 1:5 für die Mannheimer. Die Pinguins stehen wie im letzten Jahr nach drei verkorksten Partien mit dem Rücken zur Wand. Am Dienstag droht im vierten Duell das Ausscheiden vor eigenem Publikum.
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